Übersicht: Sport- und Tourenwagenrennen

Die Welt des Autorennsports wird meistens in zwei Gebiete aufgeteilt: Formelautos (mit freistehenden Rädern) und Autos mit abgedeckten Rädern, die oft aber nicht immer auch ein Dach haben und teilweise auf Serienfahrzeugen basieren.

Prototypen

Die bedeutendste Sportwagen-Rennserie ist die FIA World Endurance Championship (WEC). Der Höhepunkt der Saison, und seit der Saison 2019/2020 auch das Finale, sind die 24 Stunden von Le Mans. Die übrigen Rennen sind alle mindestens 4 Stunden lang. Die WEC hat zwei Prototyp-Klassen. LMP1 Prototypen sind die Topklasse, hier sind Hybridfahrzeuge zugelassen. Motorentechnisch ist praktisch alles erlaubt, nur das Minimalgewicht, Tankgröße und Benzindurchfluss sind reguliert. LMP2 Prototypen haben einen 4,2l V8 mit 600PS, und sind mit 930kg etwas schwerer.

Die IMSA WeatherTech SportsCar Championship ist das amerikanische Gegenstück zur FIA WEC. Die Höhepunkte sind hier die 24h von Daytona, die 12h von Sebring und das Petit Le Mans auf der Strecke Road Atlanta. Die wichtigste Prototypenklasse sind die DPI (Daytona Prototype International). Sie ähneln den LMP2, sehen aber etwas anders aus. LMP2 Autos sind auch zugelassen.

GTE

Die GTE (FIA WEC) oder GT LM (IMSA) Autos haben Produktionswagen als Basis, aber große Änderungen sind erlaubt – so ist z.B. beim Porsche 911 RSR der Motor umgedreht und handelt es sich damit um ein Mittelmotor-Auto. Die Autos haben etwa 500 PS bei einem Gewicht von etwa 1.250kg. Das Reglement für GTE Autos (wie auch LMP1 und LMP2) ist durch den ACO (Automobile Club d’Ouest), den Organisator des 24 Stunden Rennens von Le Mans, aufgestellt. GTE Autos unterliegen einer Balance of Performance (BOP). Das bedeutet, dass Parameter wie Gewicht, Restriktordurchmesser und Tankinhalt benützt werden, um die verschiedenen Autos annähernd gleich schnell zu machen.

Die FIA WEC unterscheidet zwei GTE Klassen: GTE Pro und GTE Am. GTE Am verwendet Autos die mindestens ein Jahr alt sind (sprich die Vorjahresautos) und einen Mix von Profis und Amateurrennfahrern.

GT3

Da es eine Zeit gab, in der die höchste Sportwagenklasse GT1 hieß, und was jetzt GTE ist GT2 war, wurde die dritte Klasse GT3 benannt. Sie wird durch die SRO (Stephane Ratel Organisation) reguliert. GT3 Autos basieren auf Produktionswagen, wobei allerdings große Änderungen erlaubt sind, wie der Umbau von Allrad auf Heckantrieb. Die Autos haben etwa 450 PS und unterliegen einer Balance of Performance. GT3 ist ein sehr erfolgreiches Konzept, zur Zeit sind elf verschiedene Autos/Hersteller zugelassen.

Es gibt eine Vielzahl von Rennserien, die das SRO GT3 Reglement nützen, sowohl national als international. Die wichtigste GT3 Serie ist die Blancpain GT Serie. Sie besteht aus fünf längeren (Endurance cup) und fünf kürzeren (World Challenge) Rennen. Highlight der Saison ist das 24h Rennen von Spa. Andere wichtige GT3 Serien sind die International GT Challenge (fünf Rennen von 8 Stunden und länger) und in Deutschland natürlich die ADAC GT Masters. Eine GT3 Klasse gibt es auch in der 24h Serie, und sie ist die höchste Klasse in der VLN auf dem Nürburgring.

GT4

Die vierte und letzte Sportwagenklasse ist GT4. Sie zielt auf Amateure und jüngere Fahrer ab, auch hier liefert die SRO das Reglement und gibt es eine BoP. GT4 ist ein vergleichbarer Erfolg wie GT3, viele Hersteller bauen GT4 Autos. Das Angebot ist sehr divers, von Alpines und KTM X-Bows über Porsche Caymans zu Ford Mustangs und Chevrolet Camaros. Außer den durch die SRO veranstalteten GT4 Serien, wie die GT European Series und GT4 America, gibt es auch nationale Serien (in Deutschland die ADAC GT4 Germany) und GT4 Klassen in anderen Serien, z.B. in der VLN.

Super GT/DTM

Seit der 2019er Saison verwenden die japanische Super GT Serie und die DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) das gleiche Reglement. Der Tourenwagen Name täuscht – seit 2000 wird in der DTM mit Silhouettenautos gefahren, also Rennprototypen die nur äußerliche Ähnlichkeit zu Massenfabrikaten haben. 2019 wurden die V8 Motoren durch Vierzylinder-Turbos ersetzt, die mehr als 600 PS haben, wodurch Super GT/DTM Autos schneller sind als GT3 Autos.

TCR

TCR ist zur Zeit das beliebteste Reglement für Tourenwagen. TCR Autos haben einen 2l Turbomotor mit 350 PS bei einem Gewicht von 1.250kg. Frontantrieb ist vorgeschrieben. Getriebe können aus der Serie stammen oder Renngetriebe sein. Auch bei TCR gibt es die Balance of Performance. Viele Hersteller bauen TCR Autos, und es gibt viele nationale TCR Serien (in Deutschland TCR Germany) und TCR Klassen in anderen Serien, z.B. in der VLN und in den USA in der IMSA Michelin Pilot Challenge.Die höchste TCR Serie ist der FIA World Touring Car Cup.

Andere Tourenwagen Reglements

Durch den Erfolg von TCR sind die meisten anderen Tourenwagen Reglements untergegangen. Eine Ausnahme ist die British Touring Car Championship (BTCC). Es gibt Übereinkünfte zwischen TCR und dem BTCC Next-Generation Touring Car, wie der Einsatz eines 2l Turbomotors. In der BTCC fahren aber alle das gleiche Getriebe und sind sowohl Front- als Heckantrieb zugelassen.

 

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