Überlegungen

Du willst also ein Tracktool aufbauen? Hier sind ein paar Überlegungen über die man nachdenken sollte, bevor man ein Auto kauft und modifiziert.

Doppelte Verwendung

Nicht jeder hat den Luxus, einen Zweitwagen kaufen, unterhalten und bezahlen zu können, der ausschließlich auf der Rennstrecke eingesetzt wird. Es besteht also die Möglichkeit, dass du dir nur ein Auto leisten kannst, das täglich gefahren wird. Solch eine doppelte Verwendung bedeutet bestimmte Einschränkungen, die man im Hinterkopf behalten sollte wenn man das Auto auswählt und modifiziert.

Straßenzulassung: Ein Fahrzeug zur doppelten Verwendung muss selbstverständlich Straßenzulassung haben. Die Konsequenzen sind weiter unten benannt.

Nutzwert: Das Fahrzeug muss geeignet sein für den täglichen Einsatz, was Einschränkungen in den folgenden Punkten bedeutet:

  • Die Möglichkeiten zur Gewichtserleichterung sind sehr beschränkt. Es wird wünschenswert sein, alle Sitze, Teppiche und Schalldämmmatten zu behalten.
  • Der Freiheitsgrad im Fahrwerksetup ist begrenzt, vor allem was die Härte und Sturzwerte angeht.
  • Ein Überrollkäfig wird kaum möglich sein, auch Rennsitze und Renngurte sind schwierig mit dem täglichen Einsatz zu vereinbaren.

Trotzdem denke ich, dass eine doppelte Verwendung möglich ist und ein solches Fahrzeug viel Fahrspaß auf der Rennstrecke bieten kann.

Wettbewerbseinsatz

Wenn die doppelte Verwendung keine Anforderung ist, hat man mehr Freiheit. Die Möglichkeit einen Überrollkäfig einzubauen ist meiner Meinung nach der größte Vorteil. Wenn man schon diesen Weg wählt, ist auch eine Überlegung wert den Wagen so aufzubauen, dass man ihn evtl. wettbewerbsmäßig einsetzen kann, da das ein neues Einsatzgebiet außerhalb von Sportfahrertagen erschließt. Daraus folgen allerdings auch eine Anzahl Einschränkungen:

  • Das Auto muss laut Reglement der Rennserie/Klasse, in der man starten will, aufgebaut werden. In der DMSB Gruppe G sind z.B. kaum Änderungen erlaubt.
  • Das Auto sollte in seiner Klasse wettbewerbsfähig sein. Der BMW 330i E46 ist z.B. populär, aber recht chancenlos bei den 3l Serienautos in der RCN und VLN, wo er gegen den 3l M3 E36 antreten würde.

Straßenzulassung

Selbst wenn keine doppelte Verwendung vorgesehen ist, wird es sinnvoll sein, die Straßenzulassung zu behalten. Damit kann das Auto dann nicht nur auf eigener Achse zu Veranstaltungen fahren (statt auf dem Hänger, wofür man wieder ein Zugfahrzeug braucht), es ist für Veranstaltungen wie die Touristenfahrten und manche Sportfahrertrainings selbst erfordert. Anpassungen müssen also entweder eine ABE haben oder durch den TÜV eingetragen sein. Je nach Prüfstelle und Prüfer kann es dabei schwierig werden, manche Änderungen wie z.B. das Entfernen von Airbags eingetragen zu bekommen.

Selbst wenn das Auto keine Straßenzulassung mehr hat und nicht im Wettbewerb eingesetzt werden soll, gibt es übrigens Bestimmungen, an die man sich halten muss. Vor allem Lärmschutz ist hier ein Punkt, auf vielen Rennstrecken gibt es dB-Grenzen die auch kontrolliert werden.

Schritt für Schritt

Letztendlich ist das Schöne an der Sache, dass man Schritt für Schritt vorgehen kann. Vielleicht legst du los mit einem Fahrzeug das doppelt verwendet wird, und entschließt dich später doch noch dafür, den Innenraum auszuräumen und ein reines Tracktool daraus zu machen. Alles kein Problem wenn du das richtige Fahrzeug ausgesucht hast.

 

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